Jedes Jahr lädt die Papierfabrik Iggesund zum Event „The Iggesund Design Experience“ – und in diesem Jahr hatte ich das Vergnügen, auch dabei sein zu dürfen. Zusammen mit etwa 25 anderen Gästen aus aller Welt verbrachte ich vier wunderbare Tage (vom 22. bis zum 25. August 2016) in Süd Norrland in Schweden. Da alle Teilnehmer(innen) beruflich mit Karton zu tun haben, z.B. als Designer, Papierkünstler oder Verpackungsentwickler, haben wir uns von Anfang an gut verstanden. Es ist schon toll, mit Gleichgesinnten zusammen zu sein und über unser Lieblingsthema – Papier – zu fachsimpeln.

Unsere Gastgeber in Iggesund haben sich großartig um uns gekümmert. Nicht nur das Hotel, sondern auch ganz besonders die Restaurants, bei denen wir uns zum Mittag- oder Abendessen getroffen haben, waren sensationell.

Besonders cool fand ich es, einige Pop-Up-Entwickler persönlich zu treffen, die ich bisher nur aus dem Internet kannte. Alison und Iain Smyth haben am Beispiel des Buchs „Charlie und die Schokoladenfabrik“ erklärt, wie ein Pop-Up Buch entsteht – von der Konzeption bis zur Auslieferung der fertig produzierten Exemplare. Danach haben wir in einem Workshop eine aufwendige Papierlaterne gefaltet und aus mehreren Teilen zusammengesetzt. (Die Modelle wurden uns vor Kurzem zugesendet. Im Anhang seht Ihr ein Foto.)

Der Verpackungsdesigner Niklas Fagerholm berichtete von seinen Erfahrungen. Einige seiner gefalteten Designs konnten wir aus Invercote Karton nachzubauen. Das war so hochinteressant, dass ich ganz vergessen habe, davon Fotos zu machen.

Mit der Papierkünstlerin und Pop-Up-Designerin Yoojin Kim aus Connecticut, USA, habe ich mich besonders gut verstanden. Sie war auch als Teilnehmerin beim Event – und wir haben viel Zeit damit verbracht, über unsere Pop-Up Entwürfe zu sprechen. Das Thema lässt mich einfach nicht los 🙂

Wir besichtigten das Atelier des Künstlers Nils Olof Hedenskog und lernten den Künstler und seine Frau persönlich kennen.

Als es hieß, „wie gehen in den Wald“, hatte ich nicht damit gerechnet, dass wir querfeldein – abseits der Wege – gehen würden. Ich kenne „Waldspaziergänge“ ja nur von zu Hause – und dort bleibe ich ja normalerweise auf dem Weg. Auf dem unebenen Boden musste ich ganz schön vorsichtig sein, nicht aus Versehen in ein tiefes Loch zu treten. Zum Glück hatten unsere Gastgeber Gummistiefel für uns bereit gestellt 🙂 In einer Waldlichtung konnten wir sehen, dass für jeden gefällten Baum drei bis vier neue Setzlinge gepflanzt wurden. Besonders groß sind dann auch die Ausmaße der Baumschule. Iggesund züchtet jedes Jahr 30 Millionen Setzlinge!

In verschiedenen Präsentationen haben wir viel über die Herstellung von Karton – und insbesondere über Invercote – gelernt. Ich hätte nie gedacht, dass so viel Fachwissen nötig ist, um einen hochwertigen Karton zu produzieren. Die guten Eigenschaften – insbesondere beim Falzen – sind natürlich auch für die Herstellung von Pop-Up-Karten wichtig.

Die Besichtigung der Produktionshallen war sehr beeindruckend. Natürlich hatte ich mit einer großen Maschine gerechnet. Die tatsächlichen Ausmaße der dann aber live zu sehen, war eine ganz besondere Erfahrung. Das Papierlager sieht auf den Fotos so aus, also ob man in einen Schuhkarton voller Papierröllchen hineinschaut – Tatsächlich hat jede Rollen aber einen Durchmesser von mehreren Metern. Entsprechend gigantisch ist auch die Lagerhalle.

Die vielen Eindrücke der vier Tage lassen sich nur schlecht in wenigen Zeilen zusammenfassen – und deshalb versuche ich erst gar nicht, einen vollständigen Bericht abzugeben. Ich kann aber sagen, dass ich die Zeit sehr genossen habe. Ich wäre gerne noch länger geblieben.
Vielen Dank, dass ich dabei sein durfte!

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